Was hat der Körper mit der Psychotherapie zu tun?


Unser Körper und unser Geist bilden eine untrennbare Einheit und beeinflussen sich permanent wechselseitig. Das ist mittlerweile wissenschaftlich gut belegt.

 

In unserer Körperhaltung spiegeln sich unsere inneren Haltungen wider. Erfahrungen, die wir im Laufe des Lebens gemacht haben, Glaubenssätze (z.B. „ich bin nicht gut genug“ oder „ich werde nur geliebt, wenn ich etwas dafür tue“) und die damit verbundenen Emotionen sind im Körpergedächtnis gespeichert. Auch Erfahrungen aus frühester Kindheit, an die wir keine bewusste Erinnerung haben, oder aus Selbstschutz abgespaltene, scheinbar vergessene Ereignisse sind im Körper gespeichert. Bei andauerndem Stress reagiert der Körper unter anderem mit spezifischen Spannungsmustern und Blockaden, um unangenehme Gefühle zu kompensieren und aushaltbar zu machen. Verfestigen sich diese Haltungs- und Bewegungsmuster, kann der Körper irgendwann nicht mehr kompensieren und reagiert zum Beispiel mit Krankheit. Es kann vorkommen, dass der Körper komplett abgespalten wird und man sich nur noch als funktionierend erlebt. Auch auf der emotionalen und auf der Verhaltensebene führen diese Muster dazu, dass uns Veränderung schwer fällt, weil der Körper in alten Mustern gefangen ist und entsprechend reagiert.

 

Hier setzt die körperorientierte Psychotherapie an, indem sie den Körper in den Heilungsprozess einbezieht. Ziel ist es, über die Körperwahrnehmung Zugang zu unbewussten und verdrängten Inhalten möglich zu machen, um über neue Erfahrungen auch auf psychischer Ebene die Grundlage für Veränderungen und Heilungsprozesse herbeizuführen.

 

 

 

 

"Der Körper ist die Bühne der Gefühle"

Damasio